Bei der Benennung von Straßen und Plätzen wird unterschieden zwischen  einer personenbezogenen Benennung und der Benennung nach anderen, nicht personenbezogenen Kriterien (zum Beispiel Flurnamen, Flora, Fauna, Geographie). Die Benennung nach diesen nicht personenbezogenen Kriterien obliegt den Bezirksausschüssen in eigener Zuständigkeit, das heißt hier haben die Bezirksausschüsse das alleinige Entscheidungsrecht.

Für die Benennung von öffentlichen Verkehrsflächen nach Persönlichkeiten, die auch immer eine Ehrung der zu benennenden Person bedeutet, hat sich der Stadtrat das Entscheidungsrecht vorbehalten.



Einige wichtige Grundsätze für die Benennung von Straßen in München:

  • Nach lebenden Personen werden keine Straßen benannt.
  • Namen, die zu Verwechslungen mit bereits bestehenden Straßennamen führen, zu Missdeutungen oder Verspottung Anlass geben oder die Anwohnerinnen und Anwohner verächtlich machen, dürfen nicht verwendet werden.
  • Neue Straßennamen sollen zu bereits bestehenden Namen der Umgebung möglichst einen gemeinsamen sachlichen Bezug aufweisen (zum Beispiel Dichter/innen, Komponisten/innen, "Franzosenviertel"). Damit wird auch die Auffindbarkeit von Straßen erleichtert.
  • Straßennamen dienen der Orientierung und sollen deshalb möglichst kurz, einfach und auch für Einheimische leicht verständlich sein. Phonetisch schwer verständliche beziehungsweise lange und in der Schreibweise fehleranfällige Namen sind im täglichen Gebrauch bürgerunfreundlich und sollten deshalb vermieden werden.

 



Hausnummern gibt es in München seit 1770 zunächst als stadtviertelweise Nummerierung der Häuser; zuvor wiesen an den Häusern angebrachte Zunftzeichen (z.B. ein Stiefel für den Schuster) oder Heiligenstatuen den richtigen Weg. Heute beginnt die Hausnummerierung grundsätzlich an dem Straßenende, das dem Stadtzentrum am nächsten liegt, wobei – stadtauswärts gesehen – gerade Hausnummern an der rechten, ungerade Hausnummern an der linken Straßenseite vergeben werden. Häufig zeigt zusätzlich ein weißer Pfeil die Richtung der aufsteigenden Nummern. 

 

Mit zunehmender Größe der Stadt erwies sich die bloße Durchnummerierung der Häuser als immer weniger nützlich.

Ab 1801 zeigten daher Holztafeln die jeweiligen Straßennamen an den Straßenecken an. Die Holztafeln wurden schließlich ab etwa 1910 von den berühmten Münchner Straßenschildern mit ihren charakteristischen Emailtafeln und weißer Antiqua-Schrift auf blauem Grund abgelöst.

 

 

 

Von den rund 6100 Münchner Straßen und Plätzen liegen 49 im 8. Stadtbezirk:

 

Alter Messeplatz

*1998: Zur Erinnerung an das unmittelbar südlich dieses Platzes angrenzende frühere Messe- und Ausstellungszentrum, dessen Haupteingang an der Südseite des Platzes lag, wurde der ehemalige "Messeplatz" nach dem Wegzug der Messe in "Alter Messeplatz" umbenannt.

 

Am Bavariapark

*2002: benannt nach dem gleichnamigen Park, der von 1826 bis 1831 auf Anweisung König Ludwigs I. angelegt wurde. Nach Enthüllung der »Bavaria« 1850 und Fertigstellung der Ruhmeshalle 1853 erhielt er den Namen »Bavariapark«.

 

Anglerstraße

*1902: benannt nach Gabriel Angler (* um 1404; † 1483); ein Tafel- und Freskomaler, der ab 1434 der erste Münchner Stadtmaler war; er schuf u.a. das (verschollene) Gemälde für den Hauptalter der Frauenkirche (Dom) sowie Wandmalereien im Alten Hof.

 

Astallerstraße

*1892: benannt nach dem Münchner Patriziergeschlecht der Astaller, das zwischen 1372 und 1475 in München nachweisbar ist und um 1470 ein schönes gemaltes Fenster für die Frauenkirche (Dom) stiftete.

 

August-Kühn-Straße

*2002; benannt nach dem Schriftsteller August-Kühn (weiteres Pseudonym: Rainer Zwing, * 25. September 1936 als Helmuth-Hans Münch in München;

† 9. Februar 1996 in Hinterwössen), der lange Zeit in der Kazmairstraße lebte und dem Leben im Westend eine Reihe Bücher widmete.

 

Barthstraße

*1878; benannt nach der Patrizierfamilie der Freiherren von Barth auf Harmating, seit dem 13. Jahrhundert in München nachgewiesen im 16. Jahrhundert in den Adelsstand erhoben, danach Inhaber der Hofmark Harmating (Landgericht Wolfratshausen).

 

Bayerstraße

*vor 1823; wahrscheinlich benannt nach dem Volksstamm der Bayern, wobei sich im Laufe der Zeit das "n" im Sprachgebrauch abgeschliffen haben dürfte.

 

Ben-Chorin-Straße

*2002: benannt nach Schalom Ben Chorin (geb. 1913 in München als Fritz Rosenthal, gest. 1999 in Jerusalem), Schriftsteller und Religionsphilosoph; wanderte 1935 nach Palästina aus; über seine Kindheit und Jugend veröffentlichte er 1974 das Buch: "Jugend an der Isar".

 

Bergmannstraße

*1883: benannt nach Michael Adam von Bergmann (1733-1783); Jurist und Archivar; war ab 1762 Stadtoberrichter und später Bürgermeister in München.

 

Carlamaria-Heim-Straße

*2002: benannt nach Carlamaria Heim (1932-1984); Schauspielerin und Schriftstellerin; trat auf Münchens großen Bühnen auf und spielte in zahlreichen Fernsehspiel-Rollen. Als Schriftstellerin galt ihr Interesse vor allem den Frauen im Milieu der kleinen Leute; sie veröffentlichte Lebensbeschreibungen bekannter und unbekannter Münchner Frauen, darunter z.B. die preisgekrönte Biographie "Josepha Halbinger, Jahrgang 1900".



Fäustlestraße

*1926: benannt nach Johann Nepomuk von Fäustle (1828-1887); Jurist; kam 1862 vom Stadtgericht Augsburg als Richter nach München, wurde 1870 Ministerialrat im Justizministerium und von 1871 bis 1887 bayerischer Justizminister; machte sich verdient um die Rechtserneuerung im Königreich Bayern und die Reorganisation des Gerichtswesens nach 1871. 

 

Franziska-Bilek-Weg

*2002: benannt nach der deutschen Zeichnerin, Karikaturistin, Illustratorin und Schriftstellerin (* 29. Oktober 1906 in München; † 11. November 1991 in München). Franziska Bilek wurde berühmt als Zeichnerin für die Zeitschrift "Simplicissimus" und ab 1961 als Karrikaturistin für die Abendzeitung (AZ) mit der Figur des Münchner Grantlers "Herr Hirnbeiß", die dort heute noch abgedruckt wird.

 

Ganghoferstraße

*1878: benannt nach dem Baumeister Jörg von Halspach († 1488), genannt Jörg Ganghofer, dem Bauleiter des Neubaus der Frauenkirche (Dom) und des Alten Rathauses; sein Grab befindet sich in der Frauenkirche (Dom).

 

Garmischer Straße

*1925: benannt nach Garmisch, am Fuß des Wettersteingebirges; seit 1935 mit Partenkirchen vereinigt ist der Markt Garmisch-Partenkirchen trotz rund 26.000 Einwohnern keine Stadt, aber "Kreishauptort" des gleichnamigen Landkreises (GAP), Luftkurort und internationaler Wintersportort (Olympiade 1936).

 

Geroltstraße

*1904: benannt nach dem alten Münchner Patriziergeschlecht der Gerolt.

 

Gießerweg

*1966: benannt nach dem Münchner Ratsherrengeschlecht der Gießer, um 1420 nachweisbar mit Vertretern im Inneren Rat der Stadt.

 

Gollierstraße

*1878: benannt nach der 1269 erstmals urkundlich erwähnten bayerischen Landadels- und Münchner Patrizierfamilie der Gollier, die vermutlich 1318 erloschen ist.

 

Gollierplatz

*1897: benannt nach der 1269 erstmals urkundlich erwähnten bayerischen Landadels- und Münchner Patrizierfamilie der Gollier, die vermutlich 1318 erloschen ist.

 

Grasserstraße

*1878: benannt nach Erasmus Grasser (*um 1450, † 1580); Bildhauer und Holzschnitzer; ab 1474 in München nachweisbar; er schuf u.a. das "Aresinger Marmorgrabmal" (1482) in der Peterskirche, das Chorgestühl der Frauenkirche (Dom; um 1502) und die berühmten 16 Moriskentänzer (1480) für den Tanzsaal des Alten Rathauses (10 davon erhalten und im Stadtmuseum ausgestellt). 

 

Guldeinstraße

*1893: benannt nach der Münchner Patrizierfamilie Guldein, die schon 1239 im Rat der Stadt vertreten war.

 

Hans-Dürrmeier-Weg

*2002: benannt nach dem deutschen Verlagskaufmann (* 12. Dezember 1899 in Haltingen; † 9. Mai 1977 in München); er war erster Generaldirektor des Süddeutschen Verlages und Träger des Bundesverdienstkreuzes 1 Klasse sowie des Bayerischen Verdienstordens.

 

Hans-Fischer-Straße

*1949: benannt nach Hans Fischer (* 27. Juli 1881 in Höchst am Main; † 31. März 1945 in München); Chemiker und Mediziner. Für seine Arbeiten „über den strukturellen Aufbau der Blut- und Pflanzenfarbstoffe und für die Synthese des Hämins“ wurde Fischer 1930 mit dem Nobelpreis für Chemie geehrt. 1935 gelang ihm die Klärung der Konstitution des Chlorophylls.

 

Heimeranstraße

*1891: Heimeran von Straubing (auch Emmeram, eigentlich Heinrich von Straubing), Zimmerermeister; er leitete 1470 bis 1478 den Bau des Dachstuhls der Frauenkirche (Dom); hierbei wurden 140 Flöße  aus 15-16 Baumstämmen verbaut; ein Porträt Heimerans befindet sich in der Frauenkirche (Dom).

 

Heimeranplatz

*1891: Heimeran von Straubing (auch Emmeram, eigentlich Heinrich von Straubing), Zimmerermeister; er leitete 1470 bis 1478 den Bau des Dachstuhls der Frauenkirche (Dom); hierbei wurden 140 Flöße  aus 15-16 Baumstämmen verbaut; ein Porträt Heimerans befindet sich in der Frauenkirche (Dom).

 

Holzapfelstraße

*zwischen 1850 und 1865: eine der ältesten Straßen im Stadtbezirk. Hier befand sich bis 1806 auch ein Zollhaus mit Schranke. Benannt nach Johann Nepomuk Holzapfel (1770-1849), einem Rechenlehrer an der Münchner höheren Bürger- und Töchterschule, der sich um die bayerische Schuljugend verdient gemacht hatte. 

 

Karl-Spengler-Straße

*2002: benannt nach Karl Spengler (1901-1976; Journalist (u.a. für den "Münchner Merkur") und Schriftsteller; 1960 Gründungsmitglied der Münchner "Turmschreiber". Als Schiftsteller verfasste er mehrere kenntnisreiche und liebevolle Bücher über München (z.B. "Unterm Münchner Himmel", "Münchner Straßenbummel").

 

Kazmairstraße

*1878: benannt nach dem reichen Münchner Patriziergeschlecht der Kazmair, welches um1535 erlosch. Jörg Kazmair († 1417), seit 1386 Ratsmitglied und Chronist der Stadt München, war mehrfacher Bürgermeister der Stadt. Er hinterließ Aufzeichnungen über die Bürgerunruhen in München zwischen 1397 und 1403.

 

Kiliansplatz

*1899: benannt nach dem Heiligen Kilian, einem irisch-schottischen Wandermönch und Missionar (* um 1840, ermordet 689 in Würzburg). Er ist der Patron des Bistums Würzburg und der fränkischen Winzer; der Tag des Heiligen Kilian (8. Juli) wird mit Wallfahrten und Volksfesten gefeiert. 

 

Landsberger Straße

*1878: die Bundesstraße (B2) kommt aus / führt nach Landsberg am Lech, einer Kreisstadt im westlichen Oberbayern (28.000 Einwohner). Die B2 teilt sich an der Donnersbergerbrücke in den Mittleren Ring als "B2 links" und "B2 rechts", während die Landsberger Straße weiter stadteinwärts bis zur Grasserstraße (höhe Hackerbrücke) verläuft.

 

Ligsalzstraße

*1878: benannt nach der 1288 erstmals erwähnten Münchner Bürgerfamilie Ligsalz, die ab 1340 durch den Salzhandel zu den reichen Patrizierfamilien zählte und 1740 erlosch; deren berühmtester Vertreter Albrecht Ligsalz zur Zeit des dreißigjährigen Krieges Bürgermeister Münchens.

 

Linus-Pauling-Straße

*2002: benannt nach Linus Carl Pauling (1901-1994), amerikanischer Chemiker, arbeitete mit einem Stipendium 1925/26 als junger Wissenschaftler bei Arnold Sommerfeld in München. Er wurde 1954 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet und erhielt für seinen Einsatz gegen den Bau und die Weitergabe von Atomwaffen und für die Unterzeichnung des Atomwaffenteststopp-Vertrages 1962 den Friedensnobelpreis. Linus Carl Pauling ist der einzige Mensch, dem zwei ungeteilte Nobelpreise verliehen wurden.



Martin-Greif-Straße

*1910; benannt nach dem Dichter Martin Greif (eigentlich: Friedrich Hermann Frey, 1839-1911).

 

Max-Friedlaender-Bogen

*2006: benannt nach dem jüdischen Rechtsanwalt Dr. Max Friedlaender (*28.06.1873 in Bromberg; †28.06.1956 in Twickenham bei London), war seit Juli 1884 in München ansässig, Verfasser eines bedeutenden Kommentars zur Rechtsanwaltsordnung, den er später zu einem anwaltlichen Standesrecht ergänzte. Friedlaender wurde 1933 die anwaltliche Zulassung durch das Nazi-Regime entzogen; er emigrierte 1938 nach England und wurde nach dem Ende des 2. Weltkrieges zum Ehrenmitglied des Deutschen Anwaltsvereins berufen.

 

Max-Hirschberg-Weg

*2006: benannt nach dem deutschen Rechtsanwalt jüdischer Abstammung (* 13. November 1883 in München; † 21. Juni 1964 in New York, NY). Hirschberg wurde in der Weimarer Republik durch zwei politische Prozesse (u.a. "Dolchstoßprozess") bekannt, in denen er als Strafverteidiger auftrat, sowie durch eine von ihm verfasste bedeutende Kategorisierung von Fehlerquellen der Rechtsprechung („Genealogie der Rechtsprechung“); außerdem schrieb er das juristische Standardwerk "Das Fehlurteil im Strafprozess: zur Pathologie der Rechtssprechung". Er emigrierte 1939 in die USA (New York).

 

Oda-Schäfer-Weg

*2002: benannt nach der deutschen Schriftstellerin und Journalistin (eigentlich Oda Lange, * 21. Dezember 1900 in Berlin-Wilmersdorf als Oda Kraus; † 4. September 1988 in München). Sie wurde bekannt durch musikalisch-farbige und naturverbundene Gedichte, schrieb aber auch Erzählungen und Feuilletons.

 

Parkstraße

*um 1823: eine der ältesten Straßen des Stadtbezirks. Benannt nach dem Theresienpark (später Bavariapark), der ab 1826 hinter der Ruhmeshalle angelegt wurde und auf den die Straße zuführte.

 

Petra-Moll-Weg

*2002: benannt nach der Künstlerin Petra Moll (1921-1989), die 1940 nach München gekommen war und vor allem durch Ihre Naive Malerei (meist Münchner Stadtmotive) und Buch-Illustrationen ("München - Bilder einer fröhlichen Stadt", "Bayern - Bilder eines beglückten Landes") bekannt wurde.

 

Philipp-Loewenfeld-Straße

*2006: benannt nach Philipp Loewenfeld (1887-1963), jüdischer Rechtsanwalt. Anstelle seines todkranken Vaters Theodor Loewenfeld (1848-1919) verfasste Philipp Loewenfeld mit zwei Gelehrten, die nicht genannt werden wollten, im Auftrag des bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner das am 4. Januar 1919 in Kraft getretene "Staatsgrundgesetz der Republik Bayern". Wegen beleidigender Angriffe gegen seine Person im "Völkischen Beobachter" erwirkte er gegen Adolf Hitler eine einstweilige Verfügung vor Gericht, die am 29. Januar 1933 - einen Tag vor Hitlers Machtergreifung - zu einem rechtskräftigen Urteil und zur Zwangsvollstreckung der Prozesskosten beim neuen Reichskanzler Hitler führte. Bereits im März 1933 musste Loewenfeld daraufhin in die Schweiz fliehen und emigrierte 1938 in die USA. In den Jahren 1942/43 schrieb er dort seine Erinnerungen, ein einzigartiges Zeugnis zur Geschichte Bayerns Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Titel "Recht und Politik in Bayern zwischen Prinzregentenzeit und Nationalsozialismus". Seine Erinnerungen sind getragen von der Erkenntnis, dass vor allem die Verletzung rechtsstaatlicher Prinzipien den Aufstieg Hitlers in Bayern ermöglicht hat (2004 als Band 91 in der Reihe "Münchener Universitätsschriften / Juristische Fakultät - Aktiv Druck & Verlag, Ebelsbach erschienen).

 

Ridlerstraße

*1878: benannt nach einem der einflussreichsten Patrizierfamilien Münchens. Die Ridler sind im Jahr 1295 erstmals urkundlich erwähnt und waren seit ihrem ersten Auftreten bis ins 18. Jahrhundert im Münchner Stadtrat vertreten.



Sandtnerstraße

*1929: benannt nach Jakob Sandtner (16. Jahrhundert), Drechslermeister aus Straubing; er fertigte um 1570 Stadtmodelle von Landshut, Ingolstadt, Straubing, Burghausen und München im Maßstab 1:616 aus dünnen Lindenholzblättchen (im Bayerischen Nationalmuseum zu besichtigen).

 

Schießstättstraße

* nach 1853: benannt nach der Schießstätte der "königlich priviligierten Hauptschützengesellschaft", die sich dort ursprünglich befand (heute XXXLutz) und im 2. Weltkrieg vollständig zerstört wurde.

 

Schnaderböckstraße

*1901: benannt nach Sebastian Schnaderböck (†  vermutlich 1727), einem Münchner Schneidermeister, der die Summe von 1714 Gulden stiftete, damit jährlich zwei Kinder armer Eltern das Schneiderhandwerk erlernen konnten.

 

Schrenkstraße

*1878: benannt nach dem Münchner Patriziergeschlecht der Schrenk, das mit dem Salzhandel reich wurde und vom 13. bis zum 17. Jahrhundert bezeugt ist.  Aus der Familientradition sind kulturgeschichtlich wertvolle Familienchroniken erhalten; der Familie gehörten Kaufleute, Ratsherren, Turnierritter, Gelehrte, Kanoniker u.a. an; außerdem stiftete sie den nach ihr genannten schönen Steinaltar in der Peterskirche.

 

Schwanthalerstraße

*1850: eine der ältesten Straßen des Stadtbezirks; benannt nach dem Bildhauer Ludwig Michael von Schwanthaler (1802-1848), dem Schöpfer des Bavaria-Standbilds.

 

Sinti-Roma-Platz

*2002: die Benennung erfolgte auf Wunsch des Bezirksausschusses 8, um der im Dritten Reich verfolgten Volksgruppen der Sinti und Roma zu gedenken. Bei gleicher Kultur und Sprache wird im deutschen Sprachgebrauch dennoch unterschieden zwischen der vorwiegend in Deutschland ansässigen Zigeunergruppe (Sinti) und der südosteuropäischen Zigeunergruppe (Roma). Bislang scheiterte der Bezirksausschuss 8 in mehreren Anläufen am Widerstand des Stadtrats, den Platz mit einem Denkmal für die im Dritten Reich verfolgten Sinti und Roma aufzuwerten.

 

Theresienhöhe

*1880: benannt wurde die Theresienhöhe nach Prinzessin Therese Charlotte Luise von Sachsen-Hildburghausen (der Gemahlin des bayerischen Kronprinzen Ludwig, dem späteren König Ludwig I.). Am 12. Oktober 1810 wurde das Paar getraut. Zum Abschluss der tagelangen Hochzeitsfeiern wurde am 17. Oktober ein Pferderennen auf der nahegelegenen Theresienwiese veranstaltet (Ursprung des Oktoberfestes).

 

Trappentreustraße

*1897; benannt nach Johann Baptist Trappentreu (* 1805; † 1883), einem Münchner Bierbrauer und Wirt der Gaststätte "Zum Sternecker" im Tal. Er wurde für seine großzügigen Armenspenden bekannt; neben Bedürftigen in München spendete er auch nach Afrika und Palästina.

 

Tulbeckstraße

*1878: benannt nach der Münchner Patrizierfamilie Tulbeck (auch Tuelbecken), die vom ausgehenden 13. Jahrunhundert bis zum 15. Jahrhundert bezeugt ist. Ein berühmter Vertreter der Familie war Fürstbischof von Freising (1453-1473): Johann IV. Tulbeck

 

Westendstraße

*1877: eine der ältesten Straßen im Stadtbezirk und zudem die erste Straße, die gepflastert wurde. Sie wurde nach Ihrem Verlauf benannt, denn Sie führte ursprünglich zur westlichen Stadtgrenze (Westend) der Stadt München.

 

Wugg-Retzer-Straße

*2002: benannt nach dem Journalisten, Schriftsteller und Schauspieler Ludwig ("Wugg") Maximilian Retzer (1905–1984). Retzer war ab 1928 Journalist der "Münchner Neueste Nachrichten" und schrieb ab 1948 insgesamt 35 Jahre lang für den Münchner Stadtanzeiger. 1960 Gründungsmitglied der Münchner "Turmschreiber", porträtierte er in seinen Geschichten treffend seine niederbayerische Heimat. Als Schauspieler war er am Volkstheater (damals noch in der Sonnenstraße) zu sehen und in Sprechrollen im bayerischen Rundfunk zu hören.

 

(*= Jahr der Widmung der Straße; die Widmung ist eine Allgemeinverfügung, durch die Straßen, Wege und Plätze die Eigenschaft einer „öffentlichen Straße“ erhalten. Die Widmung wird von der zuständigen Straßenbaubehörde verfügt und öffentlich - im Amtsblatt - bekannt gemacht. Durch die Widmung wird der Gebrauch der Straße jedermann gestattet und die Straße in eine Straßengruppe eingestuft; die erstmalige Widmung einer Straße geht häufig einher mit der erstmaligen baulichen Trassierung der Straße; allerdings gibt es im 8. Stadtbezirk eine Reihe von Straßen, die schon lange vor ihrer Widmung als Wegebeziehung bestanden, z.B. die Westendstraße).

 

 

Quellen:

Wikipedia

Hans Dollinger "Die Münchner Straßennamen" (7. aktualisierte Auflage 2010)

muenchen.de