NSU-Terror 

 

Die Mitglieder des rechtsradikalen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zogen 13 Jahre lang raubend und mordend durch Deutschland. Bis zuletzt konnte die Polizei die Handschrift der Mörder nicht entschlüsseln bzw. hatte falsche Ermittlungsansätze; so wurden über Jahre hinweg die Opfer und deren Familien in ein falsches Licht gerückt, indem ihnen Verbindungen zu Waffen- und Drogenhandel nachgesagt wurden; mitunter grenzten diese Verdächtigungen in ihrer Heftigkeit und weil es dafür keine Belege gab an Rufmord.

 

Erst als sich die Täter selbst getötet hatten, verschickte Beate Zschäpe, die letzte Überlebende des NSU, das Bekennervideo der Gruppe: ein Video, in dem sich Paulchen Panther über die Opfer lustig macht.

 

Am 15. Juni 2005 starb in der Trappentreustraße 4 unser griechisch-stämmiger Mitbürger Theodoros Boulgarides in seinem gerade neu eröffneten Schlüsselladen.Theodoros Boulgarides war das siebte Opfer der Mordserie. Insgesamt ermordeten die NSU-Terroristen zehn Menschen - in München, Nürnberg, Kassel, Dortmund, Hamburg, Rostock und Heilbronn.

 

Seit 1973 lebte die Familie in München, war bei uns im Stadtbezirk sehr bekannt und beliebt. Erst wenige Tage zuvor hatte sich Theodoros Boulgarides zusammen mit einem Kompagnon selbständig gemacht und an der Trappentreustraße 4 einen Schlüsseldienst eröffnet. In diesem wurde der damals 41-Jährige auch getötet. Mit drei gezielten Kopfschüssen regelrecht hingerichtet. Bald war klar, dass die Patronen aus der selben Pistole – einer Ceska 83 – abgefeuert wurden, wie zuvor schon bei sechs anderen Morden in Nürnberg, Hamburg, Rostock und München.

Erst im November 2013 rang sich die Landeshauptstadt München nach langer Diskussion im Stadtrat durch, mit Gedenktafeln an die beiden Münchner Opfer zu erinnern. Vorschläge zur individuellen Gestaltung der Gedenkorte - auch aus unserem Stadtbezirk - wurden nicht berücksichtigt; stattdessen wurden in den betroffenen Städten jeweils gleich gestaltete und eher unscheinbare Gedenktafeln aufgehängt: 

 

Bereits am 29. August 2001 wurde im Stadtteil Ramersdorf in der Bad-Schachener-Straße der türkischstämmige Gemüsehändler Habil Kılıç in seinem Laden erschossen. Er war das vierte NSU-Opfer.

 

 

 

(Bild unten: Gedenkfeier der türkischen Gemeinde Münchens an der Bad-Schachener-Straße / 2017)