Willkommen auf der Schwanthalerhöh !

 

 

Diese Website setzt sich bewusst von allen anderen im WorldWideWeb zu unserem Stadtbezirk betriebenen Sites ab. Sie ist weder "Trendsetter" noch "Vergangenheitsdokumentation"; sie soll auch nicht mit unzähligen Momentaufnahmen überfrachtet dem Betrachter das eigene Entdecken im 8. Stadtbezirk abnehmen. Wir wollen vielmehr gestern mit heute verbinden und für morgen zum Nachdenken anregen:

 

Hippes Lebensgefühl und New Lifestyle werden überall auf die immer gleiche Weise verbreitet - vergleichbar dem BigMac, der überall auf der Welt des gleiche "Fleischpflanzerl-Semmerl" ist. Deshalb macht es auch nicht wirklich einen Unterschied, ob man seinen i-Pod auf der Maximilianstraße oder der Kazmairstraße demonstrativ zur Schau stellt. Auch die Frage, ob heute der Pizza- oder der Sushi-Homeservice angerufen wird, kann nur Kopfschütteln hervorrufen. Zuviel Zeit wird heute mit belanglosen Dingen verbracht; das stellt man immer wieder fest, wenn man in der Trambahn Rücken an Rücken unfreiwillig Zeuge von nichtssagenden Gesprächen oder Telefonaten wird.

 

Über alledem drohen die eigentliche Geschichte und detailliertes Wissen über unseren Stadtbezirk sowie seine Bewohner und damit die wahre schwanthalerhöher Identität verloren zu gehen. Wer in einem der neuen stylischen Cafes oder Restaurants sitzt und an seinen "Aperol Sprizz" nippt, wer es cool findet, seinen Kaffee "White Chocolate Taste" auf dem Rinnstein sitzend vor dem Cafe zu schlürfen oder wer in eine der luxussanierten Wohnungen zugezogen ist und sich im Stadtteil "Theresienhöhe" (abgelesen von der "Immobilienexpertise") wähnt ... wer all das zusammen für das schwanthalerhöher Lebensgefühl hält, hat vom 8. Stadtbezirk keine Ahnung. Passt das abgehobene Getue wirklich in unseren Stadtbezirk mit seiner über einen langen Zeitraum erworbenen und unverwechselbaren Identität?

 

Nein, denn: Schwanthalerhöher zu sein heißt, die Eigenheiten des Stadtbezirks zu respektieren, sich der Lebenssituation der Mehrheit seiner Bewohner bewusst zu sein, seine Nachbarschaft und sein direktes Umfeld wahrzunehmen und ggf. Hilfe anzubieten, sowie die gewachsenen Strukturen zu achten und zu unterstützen. Nicht "Angepasstheit an den Mainstream" sondern die Liebe zum Erhalt einer Vielzahl von Marotten und verschiedenster Lebensentwürfe sowie die Pflege von Traditionen und der Geschichte des Stadtbezirks ergaben bislang Orginalität und Charme unseres Stadtbezirks. Sich dort zu engagieren, wo von Mitbürgern Hilfe gebraucht oder etwas für den Stadtbezirk angepackt werden soll, zeichnet seine Bewohner aus. Aus Eigeninitiative, unaufgeregt und - vor allem - ohne das zur Schau stellende "Charity"-Getue.

 

Noch weit abträglicher für das Leben und die Entwicklung im Stadtbezirk sind jedoch MitbürgerInnen, die all das, was heute unseren Stadtbezirk ausmacht, für selbstverständlich halten. Nicht wenige pflegen ein Höchstmaß an Passivität gegenüber Ihrer Umgebung und bringen sich auch nicht ein. Es ist schon betrüblich, wenn z.B. bei den Bürgerversammlungen oder im Bezirksausschuss das immer gleiche Häuflein von rund 50 BürgerInnen sich bzgl. der Gestaltung des Stadtbezirks engagiert, während der Rest (knapp 30.000) zwar vieles auszusetzen hat, selbst aber keinen ausreichenden Gemeinsinn und kein Engagement für die Entwicklung des Stadtbezirks entwickeln. 

 

Diejenigen, die sich "s..wohl" auf der Schwanthalerhöhe fühlen - genau wie diejenigen, die wegen des "hippen" Lebensgefühls von Originalität und Unverbrauchtheit überhaupt hierher gezogen sind - haben dies dem Engegement und Bürgerwillen der angestammten Schwanthalerhöher zu verdanken: Was wäre die Messenachnutzung heute, hätten sich Stadt und Investoren mit Ihrer Profitgier durchgesetzt? Würden woanders - ohne MKJZ und IG Feuerwache  - auch Schulen funktionieren, in deren Klassen bis zu 25 Nationalitäten vertreten sind? Was wäre aus uns geworden, hätten wir nicht die Trennung vom viel größeren Laim geschafft? Nur wer den Stadtbezirk wirklich kennt, d.h. wer weiß, welche Persönlichkeiten / Beschlüsse / Entscheidungen maßgeblich zu dessen Entwicklung und Erscheinungsbild beigetragen haben, sowie die grundlegenden Kenntnisse der vielen Institutionen / Anekdoten / Geschichten, die den Stadtbezirk geprägt haben, kann sich für dessen Belange auch tatsächlich einsetzen und dessen Identität damit auch bewahren. Darüber sollten gerade auch die in jüngster Zeit Zugezogenen das eine oder andere Mal nachdenken, die heute in den luxussanierten Altbauwohnungen derjenigen wohnen, die diese Wohnungen als Opfer der zahlreichen Immobilienspekulanten zuvor verlassen mussten, aber über Jahrzehnte maßgeblich dazu beigetragen hatten, dass unser Stadtbezirk noch heute authentisch und liebenswert erscheint. Vielleicht reift auch hier die Erkenntnis, dass es sich lohnt, diesbezüglich in deren Fußstapfen zu treten ...

 

Motor des bürgerlichen Engagements war immer der Identität stiftende Stolz, aus den vorhandenen (oft widrigen) Verhältnissen das Beste für unseren Stadtbezirk gemacht zu haben. Er hat alle Gegensätze vereint und uns gemeinsam die Dinge anpacken lassen. Über Nationalitäten und Parteigrenzen hinweg. Dies droht unter der zunehmenden Anzahl von i-pod-Egomanen, deren soziale Kontakte sich auf "facebook" und "twitter" beschränken, verloren zu gehen! Dabei findet gerade dieser Stolz seine Bestätigung darin, dass unser Stadtbezirk (in den 80ern noch als "Glasscherbenviertel" verschrien) plötzlich "in" ist, weil wir es bis heute geschafft haben, dass die typisch münchnerische Authentizität seiner Bevölkerung - im Gegensatz zu Schwabing oder Haidhausen - nicht verloren ging.



Als kürzlich ein Neubürger unseres Stadtbezirks sich beim Anblick des Hauptzollamtes mit der Frage beschäftigte, wozu denn das riesige Kuppelgebäude benötigt werde, und ernsthaft davon ausging, dass es sich um ein Kloster handele, rief uns das auf den Plan!  

 

Wir wollen versuchen, allen Interessierten einen umfassenden Überblick über das zu geben, was die Identität der Schwanthalerhöhe wirklich ausmacht. Das Wissen um das, was einmal war, erklärt häufig, warum etwas heute so und nicht anders ist; es wird einen künftig auch mit anderen Augen durch unsere Straßen schlendern lassen. Zudem wollen wir die Persönlichkeiten herausstellen, die mit Ihren Fertigkeiten die Entwicklung unseres Stadtbezirks nachhaltig beeinflusst haben; so bekommen Bauten und Kunstwerke auch ein Gesicht.

 

Ja richtig, wir wollen in allen Besuchern unserer Website das Bewusstsein wachrütteln, wie schön und erhaltenswert unser Stadtbezirk ist und von welchen Mitmenschen / Institutionen / Vereinen er maßgeblich geprägt wurde und wird - verbunden mit dem Aufruf zu bürgerlichem Engagement.

 

Wenn es uns am Ende gelingt, Stolz und "Wir"-Gefühl, wie es einmal hier weit verbreitet war, zu erhalten und wieder auszubauen, wenn sich wieder mehr BürgerInnen im Stadtbezirk ehrenamtlich angagieren, wenn wieder verstärkt begriffen wird, dass öffentliche Einrichtungen wie Parks, Spielplätze, U- und S-Bahnhöfe allen zur Verfügung stehen und deshalb pfleglich behandelt statt zugemüllt werden sollen, dann hätten wir schon viel erreicht!

 

Und was das Zusammenleben in unserem Stadtbezirk anbelangt, so bedurfte es bislang und auch weiterhin keinerlei "Mainstream-Anleitung via diverse Apps" von außen. Hier gilt die vielzitierte "Liberalitas Bavariae": leben und leben lassen!

 

Viel Spaß beim Stöbern ...

 



(aufgenommen in der Trappentreustraße)